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Wieland-Gesellschaft e.V.

Nachruf für Viia Ottenbacher

Zum Tode von Viia Ottenbacher

Viia Ottenbacher gehörte von 2013 bis zu ihrem Tode 2026 als Beirätin dem Vorstand der Wieland-Gesellschaft e.V. an.

Doch bevor sie diese Funktion übernommen hat, war sie bereits für Christoph Martin Wieland mit Unterstützung durch etwa 10 Mitglieder der 2006 neu gegründeten Wieland-Gesellschaft tätig. Sie war als gelernte Bibliothekarin Initiatorin und Motivatorin einer 3 Jahre dauernden Aktivität (2006 – 2009): Diese o.g. Gruppe hat fast den gesamten Buchbestand des Wieland-Archivs bibliographisch erfasst, online eingestellt und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Als Beirätin war Viia Ottenbacher in einem ganz positiven Sinne die „Graue Eminenz“ in unserem Vorstand. Sie wollte nicht im Vordergrund stehen, was sie aber wunderbar gekonnt hätte. Beispiel dafür war der Besuch des Bundespräsidenten Roman Herzog in Biberach, der im November 1997 den 10. Wieland-Übersetzer-Preis an die damalige Preisträgerin überreicht hat. Und Viia Ottenbacher hat als Leiterin von Wieland-Museum und Wieland-Archiv den Bundespräsidenten bei seinem Besuch betreut.

In den (seit 1972) mehr als 50 Jahren Tätigkeit für und im Wieland-Archiv und Wieland-Museum hat Viia Ottenbacher sich ein immenses Wieland-Wissen angeeignet. In dieser Zeit stand sie auch in Kooperation mit Dr. Heinrich Bock, einem weiteren Wieland-Liebhaber, mit dem sie verschiedene Bücher herausgegeben hat, u.a. das „Neue Wieland-Lesebuch“.

Viia Ottenbacher hatte ein ausgesprochen gutes Sprachgefühl für die deutsche Sprache, auch wenn sie 17 Jahre (1949-1966) in USA gelebt hatte; und sie hatte kein Problem damit, wenn jemand, wie Dr. Heinrich Bock, sie auf Amerikanismen in einem ihrer Texte aufmerksam machte.

Diese Sprach- und Wieland-Kompetenz hat sie ganz selbstverständlich in die ehrenamtliche Arbeit der Wieland-Gesellschaft eingebracht, wofür wir sehr dankbar sind. Dieses Wieland-Wissen war auch die Grundlage für ihre Akzeptanz durch Wissenschaftler weltweit, wie z.B. durch Prof. Starnes in USA, durch Prof. Jan Philipp Reemtsma in Hamburg, durch Prof. Klaus Manger in Jena. Viia Ottenbacher wusste, wie wichtig „networking“ ist, wenn man das Andenken an Christoph Martin Wieland pflegen und sein Werk lebendig werden lassen will.

Sie wusste, wie wichtig, unter dieser Zielformulierung, eine gute Kooperation insbesondere zwischen Biberach und Weimar sein sollte. Deshalb stand sie auch in intensivem Austausch mit dem Freundeskreis Goethe-Nationalmuseum in Weimar. So hat sie mitgewirkt an der Ausrichtung einer Wieland-Ausstellung 2022 im Stadtmuseum in Weimar.

Zum Gedanken des Netzwerkens gehört auch, dass Viia Ottenbacher die Initiative dafür ergriff, dass die Wieland-Gesellschaft e.V. im Jahr 2015 als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. (ALG) in Berlin aufgenommen wurde. Der ALG gehören über 250 literarische Gesellschaften, Literaturmuseen und literarische Gedenkstätten an; die ALG unterstützt den Austausch und die Förderung all dieser Einrichtungen.

Traurig, aber auch sehr dankbar verabschieden wir uns von einer allseits geschätzten Wieland-Kennerin und Wieland-Liebhaberin:

Viia Ottenbacher

Poetischer Spaziergang durch den Wieland-Park

Poetischer Spaziergang durch den Wieland-Park

Poetischer Spaziergang
„WIELAND UND DIE NATUR“

Der Wieland-Park ist ein Kleinod am Rande der Altstadt von Biberach a.d.Riß, auf das die Wieland-Gesellschaft e.V. auch in diesem Jahr 2026 die öffentliche Aufmerksamkeit lenken möchte. Der Park birgt einen wahren Schatz an Gedanken, Gefühlen und Assoziationen, die es zu entdecken gilt, ganz im Sinne vom Dichter Christoph Martin Wieland (1733-1813) und vom Landschaftsgestalter Hans Dieter Schaal (1943-2025), zugleich auch Architekt und Bühnenbildner, der dieses Areal überplant hat.


Beim „Poetischen Spaziergang“ am Mittwoch, 22. Juli 2026, 16 Uhr, steht Christoph Martin Wieland im Mittelpunkt des Rundgangs. Die Besucher/innen erleben in kurzen Textauszügen aus verschieden Lebensphasen des Dichters einen heiteren und manchmal sinnlich/besinnlichen Wieland. Man erfährt, welchen Zusammenhang er zwischen Natur, Musik und Sprache sieht und welche Bedeutung diese Aspekte in seiner Dichtkunst und für seine Dichtung haben und hatten. Die Texte werden von Gunther Dahinten vorgetragen und von Barbara Leuchten anmoderiert.

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Festvortrag zur Jubiläumsveranstaltung

Festvortrag zur Jubiläumsveranstaltung

Wieland und Goethe: Zwei Dichter-Größen in Weimar

Christoph Martin Wieland kommt 1772 im Alter von 39 Jahren als Prinzenerzieher an den Hof der Herzogin Anna Amalia nach Weimar. Er war damals bereits ein berühmter Dichter, bekannt durch die Werke aus seinen „Biberacher Jahren“ (1760-1769) wie „Agathon“ oder „Musarion“.

1775, also 3 Jahre später als Wieland, kommt der um 16 Jahre jüngere Goethe nach Weimar. Er ist der junge Star der Literatur; aus seiner Feder stammt der 1774 erschienene Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“, damals schon ein Bestseller.

Christoph Martin Wieland ist bei Goethes Ankunft in Weimar so etwas wie ein „kultureller Hausherr“ und begrüßt den 26-Jährigen mit viel Empathie, aber auch mit Respekt vor dessen Genie. Wie sich die Begegnung dieser beiden Persönlichkeiten gestaltet und was sich daraus ergeben hat, wird Prof. Manger aus Jena in seinem Vortrag darstellen.

Das musikalische Begleitprogramm an diesem Nachmittag wird von zwei talentierten und engagierten jungen Musikerinnen gestaltet, dem Violinen-Duo Lara Adler und Eleni Döhnert.

Der Eintritt ist für diese Jubiläumsveranstaltung frei.

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Jubiläumsveranstaltung – 20 Jahre Wieland-Gesellschaft

20 Jahre Wieland-Gesellschaft e.V.

Zwei Jahrzehnte im Zeichen der Aufklärung und Literatur

Im März 2026 feiert die Wieland-Gesellschaft e.V., mit Sitz in Biberach an der Riß, ihr 20-jähriges Bestehen – ein Anlass, auf zwei Jahrzehnte lebendige Beschäftigung mit Leben, Werk und Wirkung von Christoph Martin Wieland (1733–1813) zurückzublicken, der bis heute als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Schriftsteller der Aufklärung im damaligen deutschen Sprachgebiet gilt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat sich die Gesellschaft zu einem festen Bestandteil im Kulturleben von Wielands Heimatstadt Biberach entwickelt – mit einem klaren Ziel: Wielands Leben, Werk und Wirken einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Gründungsphase

Im Frühjahr 2005 musste entschieden werden, wie es mit dem Biberacher Wieland-Museum und Wieland-Archiv weitergehen würde, da die bisherige Leiterin in den Ruhestand ging. Der damalige Kulturdezernent hatte von der Entstehung eines neuen Wieland-Forschungszentrums im Wieland-Gut in Oßmannstedt bei Weimar erfahren. Es keimte die Vorstellung, aus dem Wieland-Archiv in Biberach die für das genannte Forschungszentrum notwendigen und wichtigen Buchbestände als Dauerleihgabe nach Oßmannstedt zu translozieren. Im Gegenzug sollte dann mit Mitteln aus der Hamburger Stiftung für Wissenschaft und Kultur, in Unterstützung durch Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, in Biberach ein neues, modernes Wieland-Museum entstehen.

Gegen ein solches Vorhaben regte sich in Biberach aber ein beachtlicher bürgerschaftlicher Widerspruchsgeist. Unter dem Motto „Das Archiv muss hier bleiben.“ fanden sich 25 Bürger/innen zusammen, die am 15.03.2006 die Wieland-Gesellschaft e.V. mit ihrem ersten Präsidenten Dr. Ferdinand Flechtner gründeten. Am Ende desselben Jahres hatte die Gesellschaft ihr Ziel erreicht: Alles, was im Laufe von 100 Jahren durch bürgerschaftliches Engagement, insbesondere von der Fabrikanten-Familie Schelle, an Memorabilien an Christoph Martin Wieland zusammengetragen und erhalten worden war, soll in seiner Heimatstadt verbleiben: so der damalige Gemeinderats-Beschluss.

Zur Pflege dieses wertvollen Kulturguts und zur Weiterentwicklung der Bestände wurde dann drei Jahre später die kommunalen Christoph Martin Wieland-Stiftung  Biberach eingerichtet. Somit ist die Stadt Biberach in der komfortablen Situation, gleich mit zwei Einrichtungen das Andenken an Christoph Martin Wieland pflegen zu können: mit der genannten kommunalen Stiftung und der ehrenamtlich tätigen Wieland-Gesellschaft e.V. Das ist eine gute Basis, um Christoph Martin Wieland als eine der zentralen Gestalten der deutschen Aufklärung mit seinen Werken wieder stärker ins kulturelle Bewusstsein zu rücken.

Entwicklung und Etablierung

In den Folgejahren gelang es der Wieland-Gesellschaft e.V., mit ihrer Vereinsarbeit einen wesentlichen Beitrag zum erweiterten und vertieften Verständnis von Wieland und seinem Werk zu leisten: in den Anfängen noch mit Beteiligung bei Benefiz-Veranstaltungen für Wieland und Lehr-Fahrten auf seinen Spuren, dann verstärkt mit Vorträgen, Lesungen, Schulprojekten, Stadt- bzw. Park-Führungen in Biberach und Theater-Aufführungen.

Besonders hervorgehoben werden müssen die – seit 2016 – regelmäßig alle drei Jahre stattfindenden Biberacher Wieland-Tage. Sie stehen jeweils unter einem bestimmten Leit-Thema, die da waren: Wieland und Bildung, Wieland und Sprache, Wieland und Gesellschaft sowie Wieland und Musik. Die Wieland-Tage dauern jeweils von freitags bis sonntags und enthalten in ihrem Ablauf einen Festvortrag, eine größere Veranstaltung, wie z.B. ein Theater-Stück, und eine Matinee bzw. Soiree, (s.Foto) Die Leitung der Wieland-Tage lag von Anfang an in den Händen von Barbara Leuchten, die dann im Jahr 2019 zur neuen Präsidentin der Gesellschaft gewählt wurde.

Sie war fast 20 Jahre zuvor die Initiatorin der Esel-Skulptur auf dem Biberacher Marktplatz; im Jahr 2000 enthüllt, ist diese Skulptur heute ein „markantes Wahrzeichen der Stadt“. Der Künstler Peter Lenk aus Bodmann hat für sein  Kunstwerk als Thema die abderitische Geschichte „Der Prozeß um des Esels Schatten“ von Christoph Martin Wieland gewählt.

Wichtig in der Vereins-Arbeit der Gesellschaft war auch, Christoph Martin Wieland zum Betrachten und Be-Greifen im städtischen Raum zu präsentieren, wie mit der im Jahr 2020 entstandenen Figur „Wieland im Sturm“ des Künstlers Tobias Wedler aus der Nähe von Biberach/Riß. Sie konnte mit der Unterstützung der Wieland-Gesellschaft e.V. realisiert und im Sommer 2020 im Wieland-Park enthüllt werden; es scheint, als sei Wieland dort zu seinem Gartenhaus zurückgekehrt. (s.Foto)

All diese Aktivitäten fanden so häufig wie möglich in Kooperation mit anderen ortsansässigen Bildungseinrichtungen statt. Dazu gehören u.a. die Biberacher Schulen, einschließlich der Jugendmusikschule, oder andere Vereine wie Jugend Aktiv e.V., die Renaissance-Tanzgruppe, die Rokoko-Gruppe Biberach oder der Dramatischen Verein e.V. in Biberach. „Wieland soll Kreise ziehen“, lautet ein Motto der Wieland-Gesellschaft e.V. in ihrem Bemühen um Christoph Martin Wieland.

Mit ihrer Arbeit trägt die Gesellschaft dazu bei, Wielands Bedeutung als „ersten europäischen Intellektuellen“ des deutschen Sprachraums neu zu bewerten – als Autor, der mit seinen Werken Toleranz, Humanität und ästhetische Freiheit zu Leitmotiven seiner Zeit machte.

Ausblick – Aufklärung im 21. Jahrhundert

Das Jubiläumsjahr 2026 soll daher nicht nur Rückblick, sondern auch Auftakt sein: Prof. Dr. Klaus Manger aus Jena wird aus diesem Anlass einen Festvortrag über Wieland und Goethe halten mit dem Thema: „Besser als Wieland versteht mich doch keiner.“ Prof. Dr. em. Manger ist seit Jahren Germanist am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena. So bleibt die Wieland-Gesellschaft e.V. ihrem Leitmotiv treu: der Verbindung von Wissenschaft, Kultur und Öffentlichkeit im Sinne einer lebendigen Aufklärung.
Nach zwanzig Jahren darf man sagen: Wielands Geist lebt – nicht nur im Museum, sondern auch, heutzutage insbesondere, im Gespräch und im Erleben.

 

Text von Barbara Leuchten, Präsidentin der Wieland-Gesellschaft e.V.

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Wieland – Linde – Baum – Buch – Dichter – Übersetzer – Wieland

Wieland – Linde – Baum – Buch – Dichter – Übersetzer – Wieland

Im Mai 2023 musste das Naturdenkmal „Wieland-Linde“ aus Gründen der Verkehrssicherheit eingekürzt werden.

Der Künstler und Holzgestalter Bernhard Schmid aus Rettenbach (bei Günzburg) hat aus einigen Teilen des abgesägten Holzes kleinere Artefakte geschaffen, wie das in dem Presse-Artikel abgebildete Buch.

Dieses Buch-Bild hat deshalb seinen Weg ins Wieland-Gymnasium gefunden, weil hiermit vor allem junge Leute ganz unterschiedliche Aspekte über Christoph Martin Wieland erfahren können: eine Initiative der Wieland-Gesellschaft e.V.

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Wieland zum Genießen

Sonntagnachmittag mit Wieland

Am 8. Februar 2026 lädt die Wieland-Gesellschaft e.V.zu einem literarischen Beisammensein in die oberen Räume des Komödienhauses ein. Eingeladen ist jede/r, der oder die Interesse an dieser Veranstaltung hat. Bei Kaffee, Tee oder Wein spricht Gunther Dahinten über Christoph Martin Wielands Werk „Oberon, Ein romantisches Heldengedicht in zwölf Gesängen“ und bringt dazu Musikbeispiele aus der Oper „Oberon“ von Carl Maria von Weber (1826).

Beginn: 16.00 Uhr, Einlass ab 15.30 Uhr;
Eintrittspreis: 9 € (Verzehr inbegriffen).
Karten an der Tageskasse.

Gerade konnten wir in Biberach im „Sommernachtstraum“ von Shakespeare, in der Silvesteraufführung des DRAM, die Figur des „Oberon“ erleben. Und jetzt hören wir von ihm als dem Titelhelden des Versepos‘ Oberon von Christoph Martin Wieland. Ein „Meisterwerk poetischer Kunst“ nannte Goethe diese Verserzählung, in der es um das alle und jede/n betreffende Thema von Liebe und Treue geht.

Schon bald nach dem ersten Erscheinen (1780) hatte das brillant geschriebene Heldengedicht Wielands eine große Leserschaft und beeinflusste darüber hinaus zahlreiche dichterische und musikalische Werke jener Zeit, z.B. bei Schiller und Goethe; Mozart oder C.M.v.Weber.

Letzterer, auch bekannt als Komponist der Oper „Freischütz,“ hatte seine Oper „Oberon“ als Auftragsarbeit verfasst, die dann 1826 in London uraufgeführt wurde.

Gunther Dahinten spricht also über den im 19. Jahrhundert sehr populären „Oberon“ in Dichtung, Musik und auch darstellender Kunst.

Eine Kooperation mit dem Dramatischen Verein.

4. Biberacher Wieland-Tage

4. Biberacher Wieland-Tage

Wieland und Musik

Ein kulturelles Erlebnis voller Klang, Sprache und Geschichte.

Wie klang Literatur?
Die Wieland-Gesellschaft e.V. lud zu den 4. Wieland-Tagen in Biberach ein – ein besonderes Wochenende, das den Dichter und Denker Christoph Martin Wieland in einem neuen Licht zeigte: als Autor, dem Musik, Theater und Poesie gleichermaßen am Herzen lagen. Im Zentrum stand das reiche Wirken des Dichters – fantasievoll, klangvoll, theatralisch.

Die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Tina Hartmann von der Universität Bayreuth eröffnete das Wochenende am Freitag mit einem eindrucksvollen Vortrag, der tief in die Klangwelt des deutschen Singspiels eintauchte und die kreative Atmosphäre am Weimarer Musenhof lebendig werden ließ.

In einem poetischen Spaziergang durch die Natur entfaltete sich anschließend am Samstag das Wechselspiel zwischen Landschaft, Sprache und Musik – ganz im Sinne Wielands. Dieses Spiel wurde von Barbara Leuchten gemeinsam mit Gunther Dahinten und Roland Boehm präsentiert.

Den Abschluss und den literarisch-musikalischen Höhepunkt bildete am Sonntag eine Lesung von Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, der einen heiteren Wieland-Text las, begleitet von der international renommierten Flötistin Wally Hase.

So konnten die Besucher Wieland neu entdecken – in Text, Ton und Begegnung.

Freitag, 26.09.25

Am Freitag, den 26. September 2025, eröffnete die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Tina Hartmann von der Universität Bayreuth um 18:00 Uhr im Großen Saal des Gemeindezentrums St. Martin die 4. Biberacher Wieland-Tage mit ihrem Festvortrag über Wieland und die Musik. Der Dichter hatte von Kindheit an eine tiefe Verbindung zur Musik, was nach seiner Ankunft am Hofe der Herzogin Anna Amalia in Weimar (1772) in der Kooperation mit Anton Schweitzer, dem Komponisten der Seylerschen Schauspieltruppe, zum Tragen kam. Nicht nur Schweitzer vertonte Libretti von Wieland – auch andere Komponisten ließen sich von Wielands Werken inspirieren, darunter Carl Maria von Weber, Paul Wranitzky und Wolfgang Amadeus Mozart.

Tina Hartmann, die das Fach Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth leitet, ist auch eine erfolgreiche Opernlibrettistin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören neben der Librettologie die Literatur des Barock, die aktuelle deutschsprachige Literatur sowie das Werk Christoph Martin Wielands. Sie ist Herausgeberin der Singspiele und Abhandlungen des Dichters für die historisch-kritische Oßmannstedter Ausgabe der Werke Wielands.

Der Eintritt betrug 10 €, für Schüler*innen und Studierende 6 €.
Der Einlass begann um 17:30 Uhr.

Samstag, 27.09.25

Am Samstag, den 27. September 2025, fand um 16 Uhr ein poetischer Spaziergang durch die Natur statt, bei dem sich das Wechselspiel zwischen Landschaft, Sprache und Musik entfaltete – ganz im Sinne des Dichters Christoph Martin Wieland. Dieses Spiel wurde von Barbara Leuchten (Moderation) gemeinsam mit Gunther Dahinten (Rezitation) und Roland Boehm (Musik) präsentiert.

Durch Sprache, Dichtung und Musik öffnete sich der Blick auf die Natur, die für den Aufklärer Christoph Martin Wieland als offenes Buch der Vernunft galt. Die Teilnehmenden ließen sich auf eine inspirierende Reise durch Wielands Gedankenwelt mitnehmen.

Der Eintritt war frei.
Treffpunkt war der Eingang zum Wieland-Park an der Saudengasse bei der Figur „Wieland im Sturm“.
Spenden wurden dankend entgegengenommen.

Sonntag, 28.09.25

Am Sonntag, den 28. September 2025, erwartete die Gäste um 16 Uhr im Großen Saal des Gemeindezentrums St. Martin der literarisch-musikalische Höhepunkt der 4. Biberacher Wieland-Tage. Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma las C. M. Wielands Verserzählung „Der Vogelsang oder die drey Lehren“. Musikalisch begleitet wurde seine Rezitation von der international bekannten Flötistin Wally Hase, Professorin für Musik in Weimar und Wien.

Die märchenhafte Verserzählung handelte, so Wieland, „vor ungefähr fünfhundert Jahren… in meinem Schwabenland…“. Im Mittelpunkt der Geschichte stand ein wunderbarer Vogel mit einem wunderschönen Gesang und ein reicher Mensch, der für sein Leben belehrt werden sollte. Wieland ließ hier die Kunst des Erzählens mit philosophischer Lebenslehre verschmelzen.

Die musikalischen Intermezzi von Wally Hase ließen einen Klangraum entstehen, in dem Wort und Musik miteinander korrespondierten und die zeitlose Schönheit von Wielands Sprache in neuem Licht erscheinen ließen.

Der Eintritt betrug 15 €, für Schüler*innen und Studierende 10 €.
Der Einlass begann um 15:30 Uhr.

Fotos:
Tina Hartmann: Privat, Wally Hase: Privat, Jan Philipp Reemtsma: H-P-Hartmann 

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Schüler-Poetry-Slam ’25

4. Schüler Poetry-Slam

Am Mittwoch, 9. April 2025, 18 Uhr, fand in der Neuen Aula des Bischof Sproll Bildungszentrums in Rißegg der 4. Schüler Poetry-Slam statt. Nach den Erfolgen der drei bisherigen Wettbewerbe in den Jahren 2016, 2018 und 2023 veranstaltete die Wieland-Gesellschaft e.V., in Kooperation mit dem Bischof Sproll Bildungszentrum, unterstützt von der Bruno-Frey-Stiftung, eine Neuauflage dieses literarischen Vortragswettbewerbs.

Er bat Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Beobachtungen, Gefühle und Gedanken von und über Individuum und Gesellschaft in Worte zu fassen. Damit stand diese Beschäftigung mit Sprache nicht nur in der Tradition der Antike, in der es bereits Wettkämpfe in der Dichtkunst gab; sie knüpfte auch an Christoph Martin Wieland und seine Dichtkunst an, an den Sprachschöpfer Wieland, das Sprachgenie, den Sprachliebhaber. Dieser hätte vermutlich die jungen Leute gerne in ihrer Vorbereitung auf den Wettbewerb unterstützt, wie es so seine Art war.

Moderation: Johannes Riedel (bekannt vom SWR und von der Bühne) und Tobias Heyel aus Stuttgart (grossraumdichten)


„Dank Sophie Fuß gewinnt das PG auch den 4. Schüler Poetry Slam der Wieland-Gesellschaft
Sophie Fuß (J2) ist zur Siegerin des 4. Schüler Poetry Slams der Wieland-Gesellschaft gekürt worden. Bei diesem Dichterwettstreit treten alle zwei Jahre kreative Schülerinnen und Schüler der Biberacher Schulen mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander an.

Mit ihren eleganten, empfindsamen und ehrlichen Texten über das Erwachsenwerden und ihre Schwestern konnte Sophie Fuß das Publikum für sich gewinnen. Mit tosendem Applaus wurden ebenfalls die schonungslose Abrechnung mit Stress & Hektik von Luna Haushalter (J2) gefeiert. Den schulinternen Poetry Slam-Workshop leiteten Alex Wind und Thomas Büttner … und nicht nur von ihnen wurde Zoé Sandel (J2) mit ihrem Text „Ich hasse Zahlen“ vermisst, da ihr Platz auf der Bühne krankheitsbedingt frei blieb. Aber dafür durften die Zuschauer nochmal Leia Weiss (Abi 2024 und Siegerin 3. Schüler-Slams) am Mikrofon erleben.

Wir gratulieren Sophie ganz herzlich zu diesem großartigen Erfolg.“
Verfasser: Pestalozzi-Gymnasium