Wieland-Gesellschaft e.V.

Auf Wielands Spuren

in Biberach a. d. Riß

1 | Wieland Denkmal

Das erste Denkmal für den Dichter in Biberach wurde 1881 eingeweiht und stand neben dem 1977 abgerissenen Stadttheater im damaligen Stadtgarten. Die Büste wurde vom Stuttgarter Bildhauer Theodor Scheerer ausgearbeitet; den Sockel entwarf der Biberacher Architekt Konrad Dollinger. Die ursprüngliche Marmor-Büste wurde mehrmals mit Farbe besudelt, so dass die Stadt 1931 den heutigen Bronzeguss herstellen ließ.

2 | Esel-Skulptur

Diese wurde von dem Künstler Peter Lenk aus Bodman am Bodensee entworfen und gestaltet. Unter großer Bürgerbeteiligung fand die Enthüllung der Skulptur im Mai 2000 statt. Der Esel polarisierte zwar die Bürgerschaft, lenkte aber auch eine neue Aufmerksamkeit auf den Dichter Wieland und sein Werk. Als Vorlage diente ein Kapitel aus Wielands satirischem Roman „Die Geschichte der Abderiten“ (ersch. 1774 – 1781), und zwar „Der Prozess um des Esels Schatten“.

3 | Ehemalige Stadtkanzlei

Hier hat Wieland als Kanzleiverwalter in den Jahren 1760 bis 1769 sowohl gewohnt als auch gearbeitet. 1812 verkaufte die Stadt das Gebäude, das 1957 durch einen Neubau ersetzt wurde. Bei der Renovierung des daneben liegenden Rathauses kam eine Verbindungstür zur Kanzlei wieder zum Vorschein, die Wielands Wege zwischen Rathaus, wo er an Ratssitzungen teilnahm, und seiner Wohnung in der Kanzlei verkürzte. 

4 | Komödienhaus

Die Kleinkunstbühne, heute für den Dramatischen Verein Biberach e.V., ist ein geschichtlicher Ort. 1761 fand hier unter der Leitung von Christoph Martin Wieland die erste Aufführung eines Shakespeare-Stückes in deutscher Sprache statt. Es handelte sich um das Werk “Der Sturm oder Der erstaunliche Schiffbruch” in der Übersetzung von Biberachs berühmten Dichtersohn.

5 | Wielands Gartenhaus

Das größere Gartenhaus wurde vor 1750, das kleinere als Vorrats und Geräteraum 1766 gebaut. Im größeren Haus verbrachte der Dichter Wieland von 1766 bis 1769 die „meisten müßigen Stunden“ des Sommers. Dort hat er den größten Teil seines Romans „Geschichte des Agathon“ und seiner Verserzählung „Idris“ geschrieben. 1905 kaufte der Kunst- und Altertumsverein das Gartenhaus und bewahrte es so vor dem Abriss. 1907 wurde das Wieland-Museum im Obergeschoss mit großen Feierlichkeiten eröffnet. 1972 ging das Gartenhaus mit Nebengebäude in den Besitz der Stadt Biberach über und erfuhr in den folgenden Jahren bis heute verschiedenste Ausstellungen zu Leben und Werk des Dichters.

6 | Wieland-Park

Die 1999 als Bürgerpark eingeweihte Parklandschaft wurde 2004 mit einem Bürgerfest zum Wieland-Park umbenannt. Der Park, in den Wielands Gartenhaus mit Nebengebäude integriert sind, wurde von Hans Dieter Schaal, Landschaftsarchitekt und Bühnenbildner, als Ort der Begegnung, Erholung und Reflexion konzipiert und ausgeführt. Die Installationen im Park, wie Ruine, Mond, See und Insel, sind Symbole für Vergänglichkeit, Innerlichkeit und Erinnerungen an eine verloren gegangene Landschaft, wie sie Wieland in seinem Gartenhaus erlebt und gesehen hat.

7 | Wieland-Archiv

Es ist eine international anerkannte Forschungsstätte mit rund 16.000 Bänden. Diese Sammlung enthält Wielands Werke in sämtlichen gedruckten Ausgaben; Sekundärliteratur zu Wieland, 1.000 Briefe und Handschriften sowie Bilder und Objekte des Dichters und seiner Zeitgenossen. Ein besonderer Sammelschwerpunkt ist die Rekonstruktion der Bibliothek Wielands.

8 | Ehem. Ev. Lateinschule

Wieland wurde hier als 6- bis 9-Jähriger unterrichtet. Er war so fleißig und gescheit, dass er sein Examen 5 Jahre vor der Zeit machen konnte. Anschließend erhielt er noch Privatunterricht vom Rektor Johann Jakob Doll, der ihm Anregungen zur Beschäftigung mit der klassischen Literatur gab.

9 | Elternhaus

Als die Familie von Oberholzheim, dem Geburtsort des Dichters, im Jahr 1736 nach Biberach zog, wohnte sie zunächst einige Häuser weiter in der Waaghausstraße 9, wo auch das letzte der fünf Kinder der Familie auf die Welt kam. Das Kindesalter überlebte, neben Christoph Martin, nur sein zwei Jahre jüngerer Bruder Thomas Adam. Ab 1739 bewohnte die Familie dieses Haus.

10 | Zum Schwarzen Bären

Das Haus war einst das Gasthaus zum „Schwarzen Beren“, dessen Wirt zwischen 1600 und 1622 [Se]Bastian Wieland (1588-1635/36), der Ur-Ur-Großvater von C. M. Wieland, war. Es wird allgemein als das Stammhaus der Familie Wieland bezeichnet. Heute beherbergt das Haus, auch als Ilg-Haus bekannt, ein Café.

11 | Wielandhaus

Das Haus wurde 1674 von Wielands Urgroßvater, dem Geheimen Rat, Spitalpfleger und Bürgermeister Dr. jur. Martin Wieland (1624-1685), gekauft und umgebaut. Ein Jahr später hat er das Renaissanceportal anbringen lassen. Heute ist das Haus in Privatbesitz.

12 | Wielandstraße

Die nach dem Dichter benannte Straße wurde nach der Stadterweiterung angelegt und existiert erst seit 1860. Zu Wielands Zeit schloss die Stadtmauer die Stadt gleich hinter dem Ochsenhauser Hof ab, im Verlauf der heutigen Ringstraßen.

13 | St. Maria Magdalena

In dieser Kirche in der Wielandstraße, die auch Siechenkirche genannt wurde, trat Wielands Vater 1736 seine erste Stelle als evangelischer Pfarrer in Biberach an. Die Kirche liegt im ehemaligen katholischen Friedhof und wird nach der Innenrestaurierung in der heutigen Zeit bei Beerdigungen genutzt.

14 | Lindele

Die nach dem Dichter benannte Straße wurde nach der Stadterweiterung angelegt und existiert erst seit 1860. Zu Wielands Zeit schloss die Stadtmauer die Stadt gleich hinter dem Ochsenhauser Hof ab, im Verlauf der heutigen Ringstraßen.

Auf Wielands Spuren

rund um Biberach a. d. Riß

Evang. Pfarrhaus Oberholzheim

Das evangelische Pfarrhaus in Oberholzheim, 22 km nördlich von Biberach, ein hospitälisches Dorf bei Laupheim, wo der Dichter Christoph Martin Wieland am 5. September 1733 geboren wurde. Bereits 1693 trat sein Großvater die Pfarrei in Oberholzheim an, gefolgt von Vater Thomas Adam Wieland d.J., der 1736 dem Ruf in die Stadt folgte. Das Geburtszimmer wurde 1976 als Gedenkstätte eingerichtet.

Schloss Warthausen

C. M. Wieland war seit Sommer 1761, acht Jahre lang bis zu seinem Weggang aus Biberach, häufiger Gast auf dem vier Kilometer entfernt liegenden Schloss Warthausen, dem Alterssitz des Grafen von Stadion. Die Einladung auf’s Schloss erhielt der Dichter von Sophie von La Roche, seiner ehemaligen Verlobten. Für den Dichter Wieland waren die Besuche auf dem Schloss eine willkommene Abwechslung zu seinem Alltag in Biberach als Kanzleiverwalter der Reichsstadt. Er hatte Zugang zu einer gut sortierten Bibliothek und zu einem Kreis von Gelehrten und Künstlern. An diesem „Schwäbischen Musenhof“ des Grafen Stadion führte Wieland nicht nur Gespräche „über alle Gegenstände der alten und neuen Welt“, sondern er trug auch gelegentlich aus seinen eigenen Werken vor.

Flyer-Material "Auf Wielands Spuren"

Der Rundgang bietet eine interessante und informative Begegnung mit dem großen Sohn der Stadt Biberach, sowohl für interessierte Biberacher Bürgerinnen und Bürger als auch für Touristen.

Biberach und Wielands „Stationen“ im Alleingang erkunden.

Flyer-Material "Der Esel"

In diesem Flyer erfahren Sie alles rund um die Entstehung, den Hintergrund zum Esel-Denkmal auf dem Biberacher Marktplatz.

Denkmal auf dem Marktplatz, Biberach/Riß