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Wieland-Gesellschaft e.V.

Nachruf für Viia Ottenbacher

Zum Tode von Viia Ottenbacher

Viia Ottenbacher gehörte von 2013 bis zu ihrem Tode 2026 als Beirätin dem Vorstand der Wieland-Gesellschaft e.V. an.

Doch bevor sie diese Funktion übernommen hat, war sie bereits für Christoph Martin Wieland mit Unterstützung durch etwa 10 Mitglieder der 2006 neu gegründeten Wieland-Gesellschaft tätig. Sie war als gelernte Bibliothekarin Initiatorin und Motivatorin einer 3 Jahre dauernden Aktivität (2006 – 2009): Diese o.g. Gruppe hat fast den gesamten Buchbestand des Wieland-Archivs bibliographisch erfasst, online eingestellt und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Als Beirätin war Viia Ottenbacher in einem ganz positiven Sinne die „Graue Eminenz“ in unserem Vorstand. Sie wollte nicht im Vordergrund stehen, was sie aber wunderbar gekonnt hätte. Beispiel dafür war der Besuch des Bundespräsidenten Roman Herzog in Biberach, der im November 1997 den 10. Wieland-Übersetzer-Preis an die damalige Preisträgerin überreicht hat. Und Viia Ottenbacher hat als Leiterin von Wieland-Museum und Wieland-Archiv den Bundespräsidenten bei seinem Besuch betreut.

In den (seit 1972) mehr als 50 Jahren Tätigkeit für und im Wieland-Archiv und Wieland-Museum hat Viia Ottenbacher sich ein immenses Wieland-Wissen angeeignet. In dieser Zeit stand sie auch in Kooperation mit Dr. Heinrich Bock, einem weiteren Wieland-Liebhaber, mit dem sie verschiedene Bücher herausgegeben hat, u.a. das „Neue Wieland-Lesebuch“.

Viia Ottenbacher hatte ein ausgesprochen gutes Sprachgefühl für die deutsche Sprache, auch wenn sie 17 Jahre (1949-1966) in USA gelebt hatte; und sie hatte kein Problem damit, wenn jemand, wie Dr. Heinrich Bock, sie auf Amerikanismen in einem ihrer Texte aufmerksam machte.

Diese Sprach- und Wieland-Kompetenz hat sie ganz selbstverständlich in die ehrenamtliche Arbeit der Wieland-Gesellschaft eingebracht, wofür wir sehr dankbar sind. Dieses Wieland-Wissen war auch die Grundlage für ihre Akzeptanz durch Wissenschaftler weltweit, wie z.B. durch Prof. Starnes in USA, durch Prof. Jan Philipp Reemtsma in Hamburg, durch Prof. Klaus Manger in Jena. Viia Ottenbacher wusste, wie wichtig „networking“ ist, wenn man das Andenken an Christoph Martin Wieland pflegen und sein Werk lebendig werden lassen will.

Sie wusste, wie wichtig, unter dieser Zielformulierung, eine gute Kooperation insbesondere zwischen Biberach und Weimar sein sollte. Deshalb stand sie auch in intensivem Austausch mit dem Freundeskreis Goethe-Nationalmuseum in Weimar. So hat sie mitgewirkt an der Ausrichtung einer Wieland-Ausstellung 2022 im Stadtmuseum in Weimar.

Zum Gedanken des Netzwerkens gehört auch, dass Viia Ottenbacher die Initiative dafür ergriff, dass die Wieland-Gesellschaft e.V. im Jahr 2015 als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. (ALG) in Berlin aufgenommen wurde. Der ALG gehören über 250 literarische Gesellschaften, Literaturmuseen und literarische Gedenkstätten an; die ALG unterstützt den Austausch und die Förderung all dieser Einrichtungen.

Traurig, aber auch sehr dankbar verabschieden wir uns von einer allseits geschätzten Wieland-Kennerin und Wieland-Liebhaberin:

Viia Ottenbacher

Auf ein Stündchen mit Goethe – Wieland und Goethe

Wieland und Goehte

Auf ein Stündchen mit Goethe

Auf ein Stündchen mit Goethe von Vicki Spindler mit Mathias Mertens und Vicki Spindler

Ein gelesenes Spiel

Deutschland feiert gerne seine Helden. Viele mittelmäßige, aber auch ein paar ganz große Menschen hat unser Land im Laufe der Jahrhunderte hervorgebracht. Ein rundum wunderbarer, scheint´s: Goethe. Trauen wir uns aber genau hinzusehen, fällt auf, da klafft eine riesige Lücke zwischen seiner literarischen Theorie und seiner gelebten Praxis. Man hat sich jedoch, im Allgemeinen, auf seine enorme Größe geeinigt, auf allen Gebieten. Also bitte Augen und Ohren zu. Ein Goethe-Programm für Wagemutige, nicht in Schwarz-Weiß, sondern mit Freude am Zwielicht. Bei Denis Diderot in „Rameaus Neffe“ fragt Rameau: „Aber wenn die Natur so mächtig als weise war, warum machte sie diese Männer nicht ebenso gut als groß?“ Diese Frage bleibt. Am Ende des Abends – ich verrate es vorweg- müssten alle Wieland-Freunde ein beglücktes Lächeln im Gesicht tragen, denn unser Held (besonders nach diesem Vergleich) – war wirklich einer!

Freitag, 25. September 2026,
18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr);
Eintritt: 12 €,
Schüler/innen und Studenten/Innen 5 €;
Gemeindezentrum St. Martin, Großer Saal

Biografien

Vicki Spindler

Alles über Vicki Spindler finden Sie unter vickispindler.wordpress.com

Mathias Mertens

Mathias Mertens, geboren in Dresden, aufgewachsen in Berlin, entstammt einer Theaterfamilie. Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und an der Humboldt-Universität Berlin. Heute lebt er in Stralsund, an der Ostsee. Stipendien erhielt er bisher in Sachsen, Schleswig-Holstein und Berlin. Nominiert wurde er für den Literaturpreis der Ärztekammer für Wien (2022) und war im Jahr 2024 Finalist für den Literaturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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